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Vermögen
Die Deutschen waren nie so reich wie heute

Deutschlands Privathaushalte besitzen mehr Geld als jemals zuvor. Alleine
in einem Jahr haben die Vermögen um 234 Milliarden Euro zugelegt.

Den Deutschen geht es finanziell so gut wie nie zuvor. Die privaten Haushalte im
Land kamen Ende 2010 gemeinsam auf ein Geldvermögen von fast 5000 Milliarden
Euro. Das entspricht nach Zahlen der Bundesbank einem Zuwachs von 234 Milli-
arden Euro oder fünf Prozent innerhalb von zwölf Monaten.

Die Notenbank sieht die Gründe für den kräftigen Zuwachs des Geldvermögens, zu
dem Bargeld, Bankeinlagen und Aktien gehören, in der rasanten Konjunkturerholung
und der unerwartet stabilen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Sachwerte wie Im-
mobilien sind in der Statistik nicht enthalten. Zudem sagen die Zahlen nichts über
Vermögensunterschiede zwischen den privaten Haushalten in Deutschland aus.

Die Verschuldung aller Haushalte zusammen nahm im vergangenen Jahr nur gering-
fügig um etwas mehr als vier Mrd. Euro zu. Ende Dezember summierten sich die
Verbindlichkeiten bei Banken und Versicherungen auf 1536 Mrd. Euro. Sie liegen
damit exakt auf dem Niveau von vor zehn Jahren. Das größere finanzielle Polster
verleitet also offenbar nicht zum Prassen. Unter dem Strich hat sich das Geldver-
mögen abzüglich Schulden seit dem Jahr 2001 um 64 Prozent auf 3398 Mrd. Euro
erhöht – das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Steigerung von fünf
Prozent.

Vermehrt wurde das Vermögen vor allem in Form von Bankeinlagen und Bargeld –
netto steht hier ein Plus von 80 Mrd. Euro. Dazu gehören auch Tagesgeldkonten.
Die Summen auf Sparbüchern und Festgeldkonten erhöhten sich dagegen kaum.
Bei einer Laufzeit bis zu zwei Jahren gab es sogar einen leichten Abbau, längerfristi-
gen Termineinlagen flossen dagegen Mittel zu. „Mitverantwortlich für diese Entwick-
lung dürfte das insgesamt niedrigere Zinsniveau gewesen sein, welches im kurzfristi-
gen Bereich im Jahresverlauf sogar noch leicht abnahm“, schreibt die Bundesbank.

Die Ansprüche gegenüber Versicherungen erhöhten sich um 63 Mrd. Euro. Dies geht
in erster Linie auf die regelmäßigen Prämienzahlungen für klassische Lebensversiche-
rungen zurück, aber auch für die im Vorjahr in großem Umfang verkauften Policen,
bei denen einmalig eine große Summe eingezahlt wird.

Bei Wertpapieren zeigten sich die privaten Haushalte laut Bundesbank insgesamt
bei Neuengagements zurückhaltend. Per Saldo habe es weder Zu- noch Abflüsse
gegeben. Verkäufen von festverzinslichen Wertpapieren in Höhe von 14 Mrd. Euro
standen Käufe von Fonds, Aktien und sonstigen Beteiligungen in gleicher Höhe
gegenüber. Allerdings profitierten die Haushalten allein von Kursgewinnen bei bereits
gehaltenen Papieren in Höhe von knapp 80 Mrd. Euro.

 
http://m.welt.de/article.do?id=finanzen%2Farticle13377637%2FDie-Deutschen-waren-nie-so-reich-wie-heute&cid=finanzen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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